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Nov. 08 - Indien, Uttaranchal

 

indien

 

Der erste Teil unserer Reise wollten wir im Norden Indiens, in Ladakh verbringen. Dieses Gebiet wird das "Tibet Indiens" genannt und liegt vor der Himalaya-Gebirgskette auf 3'000 bis 4'000 müM. Der frühzeitige Wintereinbruch führte zur Schliessung der dortigen Passstrassen und zu Temperaturen unter -20°. So entschieden wir uns, in die etwas weniger nördlich gelegenen Berge zu reisen, ins Gebiet Uttaranchal. Obwohl uns diese Reise gefallen hat, ist sie keine Alternative zum exotischen Ladakh. Den Besuch dort wollen wir in der Zukunft nachholen ...


First Impressions

 

'Incredible India' ist in Indien der Werbeslogan für die Touristik-Industrie. Diese zwei Wörter beschreiben exakt die indischen Verhältnisse. Das Chaos, die Gegensätzlichkeiten, den Hinduismus, Buddhismus, Jainismus und Islam mit ihren Tempeln und Moscheen, die indische Kultur und die Lebensweise sind so Widersprüchlich, dass man einige Tage braucht, um sich im 'incredible India' einzuleben und zurechtzufinden. Dann erst wird das Reisen durch Indien zum Genuss. Vorerst aber unsere ersten Eindrücke ...

 

'Incredible India' ...

 

"Never trust an Inder", sagen die Inder. Und wenn es die Inder selbst sagen, dann wird es wohl stimmen ... Man hat hier schnell den berechtigten Eindruck, dass die Inder hinter jeder Rupie her sind, wie der Teufel hinter der armen Seele. Jedes Gespräch hat die Absicht, etwas Verkaufen zu wollen oder den Angesprochenen in einen Laden zu schleppen, damit er dort etwas kauft und der 'Schlepper' seine Provision vom Verkauf kassieren kann. Es ist nicht ganz einfach, diese Leute zu ignorieren, denn sie gehen ihrem Versuch äusserst penetrant und hartnäckig an. Das ist natürlich schade, denn ein Kontakt zu den Einheimischen kommt so nur schwer zustande. Ein weiteres Problem sind die 'organisierten' Bettler. Mit derselben Hartnäckigkeit versuchen die vielfach völlig zerlumpten und teilweise arg verkrüppelten Leute an das Geld der Angebettelten zu kommen. Und dann ist da der allgegenwärtige Staat mit seinen Bediensteten, welche ebenfalls irgendwelche Abgaben verlangen. Wie wir bemerken, nicht nur von uns Touristen, sondern mehr noch von den Einheimischen. Das Geld, welches bei diesen Gelegenheiten ausgegeben wird, kann man vom Wert her vernachlässigen, es ist nicht die ausgegebene Summe die stört, es ist die immer währende Belästigung, welche nervt. 10 Rupien gibt man diesem oder jenem Bettler, 10 Rupien erhällt auch der Mann, welcher die Koffer ins Zimmer trägt. Und zehn Rupien entsprechen etwa 0.20 US$. Alles ist hier sehr günstig zu haben. Ein Auto mit Chauffeur inkl. all seinen Unkosten bekommt man für 40 US$/Tag, Indisches Nachtessen für zwei Personen kostet 4 US$, ein gutes Mittelklassehotel inkl. Frühstück gibt es für weniger als 20 US$/Nacht. Heute assen und tranken wir zu Dritt in einem indischen Strassencaffee für sage und schreibe 130 Rupien, welche etwa 2.60 US$ entsprechen.

 

Wer einmal den Verkehr und die Fahrweise der Inder gesehen hat, der weiss, dass er in dieser Hinsicht das Schlimmste gesehen hat. Nirgendwo auf der Welt haben wir eine solche Fahrweise gesehen wie hier. "I'm first", sagt sich der Inder, so die Meinung unseres 1. Fahrers "Raj". Überhohlt wird immer, auch bei Gegenverkehr und das schlimmste daran ist, dass auch der Gegenverkehr permanent am Überholen ist. Befindet man sich im Stau, dann wird gedrückt und abgewürgt, was das Zeug hält. Gut bedient ist nur, wer das grössere und schwerere Fahrzeug hat. Da sich jeder gleich verhält - auch der Zweiradfahrer, nimmt es der 'Besiegte' gelassen und geht den 'Krieg' um den nächsten Strassenmeter sofort von neuem an. Man muss es wissen, in der Schweiz fahren die Auto rechts, in England fahren sie links und in Indien fahren sie überall. Und inmitten dieses Chaos spazieren die 'heiligen Kühe', welche ganz offensichtlich eine Vorliebe für die Strassmitte haben ...

 

Das totale Durcheinander herrscht nicht nur auf der Strasse, es ist allgegenwärtig. Man muss in den ersten Tagen lernen, das indische Chaos und all die krassen und für uns teilweise unverständlichen Gegebenheiten unberührt an sich vorüberziehen zu lassen, ohne dass diese einem in irgendwelcher Art berühren. Dann wird der Aufenthalt in dem 'incredible India' wesentlich einfacher, angenehmer und unvergesslich ...


Uttaranchal

 

Haridwar am Ganges ...

Haridwar

 

Unsere Reise führte uns von Delhi in den Norden nach Rishikesh, Haridwar, und Mussorie. Die Stadt Haridwar ist seit alters her ein wichtiges Pilgerzentrum für die Inder.

 

 

Delhi, die Hauptstadt Indiens ...

Delhi, die Hauptstadt Indiens mit ungefähr 13 Millionen Einwohner.

Observatorium "Jantarmantar" ...

Observatorium "Jantar Mantar". Das futuristisch anmutende Bauwerk wurde 1725 von Maharaja "Sawai Jai Singh II" errichtet.

 

Das "Red Fort" in Old Delhi ...

Das "Red Fort" in Old Delhi.

Ambassador 1.8L Turbo. Sehr beliebtes Auto, Made in India. Dieser Wagentyp wird heut noch gebaut ...

Unser Mietwagen - mit Chauffeur - ist ein fast brandneuer Ambassador 1.8L Turbo. Natürlich

Made in India. Das Auto erinnert mich an den englischen Morris aus den 60-er Jahren.

Krieg der Fahrzeuge ...

  Bei einer Barriere stellen sich die Fahrzeuge auf beiden Seiten auf der gesamten Strassenbreite auf. Sobald die Barriere hoch gehoben wird, fahren alle gleichzeitig los. Nach etwa 5 Minuten ist der 'Krieg der Fahrzeuge' beendet und das Chaos hat sich aufgelöst.

Priester unterwegs in Rishikesh.

Priester unterwegs in Rishikesh

Rishikesh

Haridwar

Rishikesh  ...

Rishikesh ... schon im Namen verbrigt sich die Bedeutung des Ortes. Das Zentrum der "Rishi", der heiligen Männer, die durch Askese, Yoga und Meditation die Vereinigung mit dem göttlichen Anstreben.

"Lakshman Jaula", eine der Brücken über den Ganges ...

"Lakshman Jaula", eine der Brücken über den Ganges ...

Baden im heiligen Fluss Ganges ...

Im Ganges badet man sich, um von den Sünden loszukommen. Hier das "Har ki Pairi Ghat" in Haridwar.

Mussorie

Priester'Yeremonie am Ganges ...

Zur abendlichen Arti-Zeremonie, werden die Asche der Verstorbenen in den Ganges gestreut. Im Gedenken an diese, werden kleine Schiffe aus Blättern, mit Blumen und einer brennenden Kerze in den Fluss gesetzt.

Mussorie ...

Mussorie, die 1827 von den Engländern gegründete Stadt ist bevorzugtes Ferienziehl der Einwohner von Delhi. Im Sommer entkomen sie ihrem Smog und geniessen hier kühle und frische Bergluft.

 

Gebirgskette des westlichen Himalayas ...

Ein Besuch von Mussorie lohnt sich, wegen des Blicks auf die nicht mehr allzuferne Himalaya Gebirgskette.


Die heiligen Kühe

 

Die heiligen Kühe von Inden ...

 

Alle Tiere in Indien sind heilig. Die Kuh steht auf dem höchsten Rang und sie sind überall, in den Strassen, auf den Märkten, in den schmalen Gassen. Man hat sich schnell an sie gewöhnt. Die Kühe haben völlige Narrenfreiheit, nur wenn sie sich an den Auslagen der Marktständen vergreifen und den Frauen das Gemüse weg fressen, werden sie vertrieben.

 

Die meisten Inder ernähren sich vegetarisch. Rindfleisch ist tabu. Sobald eine Kuh keine Milch mehr produziert, scheint es dem Besitzer rechtens, die arme Kreatur auf die Strasse zu stellen. Steht sie einmal auf dieser, wird es ihr nicht an Essen fehlen. Jedes mal, wenn in einem Haushalt ein Essen vorbereitet wird, geht das erste Roti (flaches Vollkornbrot) an die Tiere. Ein weiterer Grund für die Heiligkeit der Kuh ist dieser: Ein gläubiger Hindu kann nur dann ins Paradies gelangen, wenn er einen mystischen Fluss überquert und dabei einen Kuhschwanz in der Hand hält ...

 

Die Kuh ist dermassen heilig, dass es mehrere Organisationen für die 'Protektion der Kühe' gibt. Kürzlich haben sich diese Gruppen zusammengerauft und mit der Forderung an die Regierung gewandt, dass das Nationaltier Indiens nicht mehr der Tiger, sondern die Kuh sein sollte!

 

"Heiliege Kuh" in Rishikesh ...

 

Diese Kuh geönnt sich abseits des Verkehrs etwas Ruhe ...

"Heiliege" Kuh am Ganges ...

 

Sie stehen da, wen störts ?!

 

"Heiliege" Kuh in Delhi ...

 

 

 


Die Tempel von Indien

 

Indien ist als ein tief spirituelles Land bekannt, sozusagen die Wiege der Religionen. Bei den ersten Eindrücken ist nicht viel davon zu sehen. Die religiösen Monumente und Symbole beginnt man erst nach Tagen richtig zu erkennen. Tempel, kleine Heiligtümer, religiöse Symbole, die auf dem Trottoir stehen, und vor allem Menschen, die religiöse Gesten machen, selbst, um nur "Guten Tag" zu sagen, indem man die Handflächen gegeneinander und vor die Stirn hält und 'namaste' sagt, "ich (ver)ehre dich".

 

Indien ist als ein tief spirituelles Land bekannt, sozusagen die Wiege der Religionen ...

Religiöse und spirituelle Menschen sind allgegenwärtig: Priester, Asketen und Mönche. Männer und auch Frauen zeigen durch ihre Kleidung oder andere Symbole, die sich an sich tragen, ihre Zugehörigkeit zu einem System oder einem religiösen Orden. Einige erscheinen extrem würdevoll und ehrwürdig, egal, ob sie gut gekleidet sind oder wenig. Es gibt andere, die wie arme Bettler aussehen, die aber auch religiöse Zeichen tragen oder ein gewissen spirituelles Leben führen.

 

 

Lal Mata Tempel ...

"Lal Mata Tempel" in Haridwar welcher sehr an die Vergnügungspärke von Walt Disney erinnert.

Innenleben des Lal Mata Tempel

Die innere Dekoration ist nicht minder kitschig, wie die Aussenfassade ...

 

 

Schrein mit Opferstock im Hindutemel "Tapkeshwar" in "Dehra Dun"

Schrein mit Opferstock Hindutempel

"Tapkeshwar"

Hinutemel "Tapkeshwar" in "Dehra Dun" ...

Hindutempel "Tapkeshwar" in Dehra Dun

 

 

 

 

"Karni Nata'' in Deshnok ist ein Unikat in Indien. Ein weisser Marmortempel bildet das Haus für 10'000-e Ratten. Der einzigartige Ratten-Tempel sollten nur diejenigen besuchen, welche nichts gegen hautnahen Kontakt mit den Nagern einzuwenden haben, obgleich die Tiere nur die Grösse von Mäusen erreichen. Die Verehrung der Tiere, welche mit Milch, Getreide und Süssigkeiten gefüttert werden, geht auf folgende Legende zurück:

 

Karna Devi, eine populäre Göttin, welche im 14. Jh. gelebt hat, wandte sich zu Yama, dem Totengott, mit der Bitte, den soeben verstorbene Sohn einer Poetenfamilie ins Leben zurück zurufen. Als Yama dies zurückwies, schwor Karna Devi, dass niemand ihres Volkes unter die Herrschaft Yamas kommen werde. Statt dessen sollten die Menschen bei ihrem Tode als Ratten wieder geboren werden. Und wenn sie als Ratten sterben, dann werden sie als Barden (fahrende Sänger und Poeten) wieder geboren.

 

PS: Bekommt man eine weisse Ratte zu sehen, bedeutet das grosses Glück. Wir haben sie gesehen, das letzte Foto ist der Beweis :-)) ...

"Karni Nata'' in Deshnok

 

"Karni Nata'' in Deshnok

 

"Karni Nata'' in Deshnok

 

"Karni Nata'' in Deshnok

"Karni Nata'' in Deshnok

 

"Karni Nata'' in Deshnok

 

"Karni Nata'' in Deshnok

 

 

Kapitel - Ende ...

 

Hier geht es weiter zu Indien, Rajasthan Teil 1

 

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