2003.11 - Puerto Calero
Abschied von Graciosa & Abenteuer in Puerto Calero
Mit vollen Segeln und einer ordentlichen Portion Adrenalin haben wir uns von der traumhaften Bucht der Isla Graciosa verabschiedet. Der Wind pfiff uns kräftig um die Ohren - so sehr, dass wir uns zeitweise wie die Helden einer alten Seefahrer-Saga fühlten! Doch die NatHape meisterte die Herausforderung mit Bravour, und wir blieben (glücklicherweise) alle an Bord.
Unser Ziel: Puerto Calero auf Lanzarote. Dort erwarteten uns nicht nur dringend benötigte Vorräte - Wasser, Diesel und ein paar Reparaturen -, sondern auch ein Wiedersehen mit unserem Freund Steffen und seiner Frau Heike. Der Empfang war so herzlich, dass wir fast die müden Knochen nach der anstrengenden Überfahrt vergaßen. Der Abend verlief, wie es sich für Segler gehört: mit endlosen Geschichten, viel Gelächter und dem ein oder anderen "Weißt-du-noch?"-Moment.
Die To-Do-Liste eines Seglers: Bunkern, Flicken & (vielleicht) Erkunden
Heute steht Praktisches auf dem Programm:
Falls noch Zeit bleibt, wollen wir uns natürlich auch ein wenig auf Lanzarote umschauen. Schließlich sind wir nicht nur zum Arbeiten hier! Vielleicht lockt eine kurze Wanderung oder ein Abstecher in eines der charmanten Cafés am Hafen. Die Kanarischen Inseln stecken voller Überraschungen - und wir haben noch lange nicht alles gesehen.
Bleibt nur noch zu sagen:
Die Reise geht weiter - und wir sind bereit! Ob gegen den Wind, für neue Begegnungen oder einfach nur für den nächsten Sonnenuntergang auf dem Atlantik. ⛵
2003.11 - November, Fuerteventura
Abenteuer in der Cala de las Playas: Von Badepannen und Gezeiten-Tücken
Was für ein Tag! Heute verschlug es uns nach Süden in die malerische Cala de las Playas - wo uns gleich eine meisterhafte Kombination aus Wind, Wellen und unfreiwilliger Komik erwartete.
Akt 1: Die große Landungs-Operette
Ankern bei Windstärke 5-6? Kein Problem. Das Dingi zu Wasser lassen? Schon kniffliger. Doch der eigentliche Höhepunkt kam an Land: Eine 1,5 Meter hohe Mauer als "Anleger". Mein heldenhafter Sprung (Hp's großer Moment!) verwandelte sich blitzschnell in eine Slapstick-Szene: Das Dingi machte sich ohne mich davon, und ich hing plötzlich wie ein seekranker Gecko an der Wand - bevor ich mit einem Platscher hüfttief im Wasser landete. Zurück zur NatHape, trockene Klamotten, zweiter Versuch: Diesmal klappte es. (Dank gebührt der spanischen Schamröte, die uns vor peinlichen Wiederholungen bewahrt.)
Akt 2: Ebbe überrascht Dessertliebhaber
Das Strandrestaurant entschädigte uns mit köstlichen Tapas für die nasse Premiere - bis wir beim Dessert einen Schock erlitten: Die eben noch 1,5 Meter hohe Mauer war plötzlich 2,5 Meter hoch! Die Ebbe hatte uns hereingelegt. Die Lösung? Eine improvisierte Hosen-aus-Aktion und ein würdevoller Watschelgang zurück zum Dingi. Sicherlich das beste Entertainment, das das Dorf seit Wochen hatte...
Segelhandbuch vs. Realität: Motor-Romantik statt Rekordwinde
Unser Handbuch schwärmt von legendären Winden bei Pozo Negro ("Hier wurden Segel-Weltrekorde gebrochen!"). Wir? Wir kreierten bescheiden unsere eigenen "Schaumkronen" - mit dem Volvo-Motor als Antrieb. Immerhin: Der schwarze Lavastrand und die verheißungsvollen Strandrestaurants lockten uns mit Aussicht auf einen romantischen Abend. Spanische Küche, ein Glas Wein und das Rauschen der Wellen - da sind selbst Gezeiten-Pannen schnell vergessen.
Fazit des Tages:
Und jetzt: ¡Viva la fiesta! (Hoffentlich ohne weitere unfreiwillige Badeeinlagen.)
2003.11 - Puerto Mogán: Kanarische Träume und kreatives Autoleasing
Heute Morgen hat uns die NatHape in Puerto Mogán, dem "Venedig der Kanaren", sanft in den Schlaf gewiegt. Dieser malerische Jachthafen mit seinen pastellfarbenen Häusern und blumenübersäten Gassen wird für die nächsten 3-4 Tage unser Basislager sein - perfekt, um Gran Canaria zu erkunden.
Warum "Gran" Canaria?
Die Namensfrage beschäftigt uns: Warum heißt die nicht-größte Insel "Gran" (groß) Canaria? Die Antwort liegt in der Geschichte: Die spanischen Eroberer ehrten damit den erbitterten Widerstand der Ureinwohner, der Guanchen. Und "Las Palmas"? Dank eines Schutzwalls aus Palmenstämmen - man könnte sagen, der erste ökologische Stadtzaun der Geschichte!
Wie man einen Mietwagen bekommt - kanarische Edition
Nathalies geniale Taktik:
Der Haken? Ein Timesharing-Pitch bei Anfi del Mar - aber unsere desinteressierten Gesichter waren wohl so überzeugend, dass wir nach der Besichtigung der traumhaften Anlage (zugegeben, sie war atemberaubend) schnell unseren Gutschein in der Tasche hatten. Kein Verkaufsdruck, nur ein Auto - perfekt!
Puerto Mogán - mehr als nur ein hübscher Hafen
Dieses Juwel ist nicht nur Postkartenmaterial:
Die nächsten Tage versprechen vulkanische Landschaften, versteckte Strände und hoffentlich kein Wiedersehen mit Timesharing-Verkäufern.
Unser Motto:
"Warum teuer mieten, wenn man auch charmant darum herum kommen kann?“
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2003.12 - Los Cristianos, Teneriffa: Sturmumsegler & Höhenflüge
Aus "fast Radazul" wurde "ganz Cristianos" - so könnte man unsere gestrige Ankunft in Teneriffa zusammenfassen. Eigentlich wollten wir nach Puerto Radazul segeln, aber die letzten 6 Seemeilen hätten uns in 30-Knoten-Wind und 4-Meter-Wellen beinahe zu maritimen Akrobaten gemacht. Nach einem Tag harter Gegenwind-Arbeit entschieden wir: "Nein danke, heute nicht!" und wichen nach Los Cristianos aus - wo wir um 22 Uhr in eine lebhafte Hafenkulisse einliefen.
Zugegeben: Laut Hafenbuch ist dies nicht der klassische Segler-Hotspot. Doch wir lieben es! Vom Ankerplatz aus haben wir die beste "Loge" für das tägliche Schiffsballett: Fähren, Ausflugsboote und Fischer kreuz und quer - Unterhaltung inklusive.
Teide-Taktik: Höhenrekord mit Seilbahn-Charme
Heute stand Spanien ganz oben auf unserem Programm - im wahrsten Sinne. Mit dem Auto und der Drahtseilbahn erklommen wir den Pico del Teide (3.718 m). Unser Höhenmesser zeigte stolze 3.500 m an - mehr durften wir ohne Genehmigung nicht erreichen. Aber schon diese Aussicht! Rundum nur erkaltete Lava und das Gefühl, auf einem schlafenden Riesen zu stehen. "1798 spuckte er zuletzt Feuer", erzählte eine Tafel - just als meine französische Verwandtschaft wohl andere "Feuersbrünste" in Europa beschäftigten…
Gomera ruft - unser letzter Halt vor dem großen Blau
In Sichtweite liegt La Gomera, wo Kolumbus einst in die Neue Welt aufbrach. Auch wir werden dort in San Sebastian unseren letzten europäischen Ankerplatz nehmen - bevor es über den Atlantik geht. Doch zuvor gönnen wir uns noch einen "Bummel-Tag" in Los Cristianos.
Dieser Touristenort hat ein unschlagbares Plus: superschnelles Internet für 2 €/Stunde! Endlich mal wieder ohne Zeitlupe Mails checken - auf See wird’s das nächste W-LAN erst in der Karibik geben…
Heutige Erkenntnisse:
2003.12 - San Sebastián de La Gomera: Kolumbus' letzte Liebe & unsere letzte Insel
Mit einer sanften Brise im Rücken segelten wir heute in die Geschichte ein - genauer gesagt in den Hafen, wo einst Kolumbus seine Vorräte für die Neue Welt lud. La Gomera, diese grüne Perle im Atlantik, begrüßte uns mit ihrem besonderen Charme: einer Mischung aus Abgeschiedenheit und jener magischen Atmosphäre, die Seefahrer seit jeher verzaubert.
Ob Kolumbus’ Herz allerdings mehr für die Insel oder für die schöne Beatriz de Bobadilla schlug (zumindest bis sie Alonso de Lugo heiratete), bleibt ein Geheimnis der Geschichte. Wie es so schön heißt: "Die Weiblichkeit ruft - aber der Proviant muss auch stimmen." 😉
Ein Ort wie aus der Zeit gefallen
Unsere Pläne auf der letzten europäischen Station:
✅ Proviant auffüllen - wie einst die großen Entdecker
✅ Letzte Postkarten verschicken - mit dem berühmten Wir segeln jetzt mal rüber"-Stempel
✅ Die berühmte Pfeifsprache El Silbo hören - Gomeras einzigartiges Kulturerbe
Morgen beginnt unser großes Abenteuer: Die Atlantiküberquerung. Aber heute Abend heben wir erstmal ein Glas auf Beatriz, Kolumbus und all jene, die vor uns von diesem magischen Ort aus in die Weite stachen.
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