2014.06 - Philippinen 8
 
 

2014.05 - Feste feiern, wie sie fallen

Ein Geburtstag unter Palmen
Auf den Philippinen gibt es eine einfache Regel: Wenn gefeiert wird, wird gefeiert. Und bei einem Geburtstag ist das Datum ja ohnehin festgelegt. Also versammelten wir uns im kleinen Strandrestaurant von Arlene und Boy - umringt von ihren Familien, Freunden und der immer präsenten philippinischen Herzlichkeit.

Dankeschön für die guten Wünsche
Auf dem Foto fehlt leider die Fotografin (Nathalie), aber die Freude über die zahlreichen E-Mail-Glückwünsche aus der Heimat war umso präsenter. Vielen Dank an alle, die an diesem Tag an mich dachten - die Verbindung zur Schweiz fühlte sich trotz der Distanz überraschend nah an.






2014.06 - Nathalie wird zur Kuhhändlerin (oder: Wie man für 420 Franken ein Stück philippinische Lebensgrundlage kauft)


Ein ungewöhnliches Souvenir vom Malatapay-Markt 

Während andere Touristen Muscheln oder Holzschnitzereien mitnehmen, entschied sich Nathalie für ein lebendiges Mitbringsel: Eine einjährige Kuh, erstanden für 21.000 Pesos (420 CHF) - weniger als ein Abendessen in einem Zürcher Nobelrestaurant. Das Tier ist ein Geschenk für unsere Freunde Boy und Arlene, die es mit ihren vier anderen Kühen halten werden. 


Warum auf den Philippinen niemand "frische Milch" bestellt 

  • Milchwirtschaft? Fehlanzeige. Die Hitze und fehlende Infrastruktur machen sie unmöglich. 
  • Kühe sind Kapital auf vier Beinen: Sie werden gezüchtet und später auf dem Markt verkauft. 
  • Nathalies Kuh wird in etwa einem Jahr ihr erstes Kalb bekommen - der Beginn einer kleinen Herde. 

Das Geschäftsmodell: Langfristig denken 

Der "Care-Taker" (Boy) erhält: 

  • 25% aller Verkaufserlöse 
  • Das erste Kalb als Bonus 

Gewinne?** Frühestens in 2-3 Jahren. Dies ist kein schnelles Business, sondern Investition in Lebensgrundlagen


Für Tierfreunde mit Sinn für Abenteuer

Falls jemand Lust hat, symbolisch philippinischer Farmer zu werden (und dabei eine Familie vor Ort zu unterstützen): 

  • Kuh kaufen (wir organisieren es gern) 
  • Boy hütet sie - gegen Anteil am späteren Verkauf 
  • Glückgefühle ernten - ohne je Mist schaufeln zu müssen 






2014.06 - Unabhängigkeitstag in Bonbonon: Ein Fest der Gegensätze


Zwei Unabhängigkeiten, ein Fest 

Auf den Philippinen wird die Freiheit gleich zweimal gefeiert: 

  • 12. Juni 1898: Befreiung von der spanischen Kolonialherrschaft (der eigentliche Nationalfeiertag) 
  • 4. Juli 1946: Ende der US-amerikanischen Verwaltung 

In Bonbonon begingen wir den Tag mit einem typisch philippinischen Festmahl: einem ganzen Lechón (Spanferkel), zu dem wir als Segler ebenso eingeladen waren wie Nachbarn aus den umliegenden Dörfern. Rund 40 Personen versammelten sich unter Palmen - erst die Gäste, dann die Gastgeber, ganz nach Tradition. Wer zufällig vorbeikam, wurde einfach mit einbezogen. "Kain na!" ("Esst mit uns!") ist hier kein Höflichkeitsfloskel, sondern gelebte Kultur. 


Leben auf den Philippinen: Das "umgekehrte" Glück 

  • Geld: Ein flüchtiger Gast
  • Tagesbudgets: Die meisten leben buchstäblich von der Hand in den Mund. Supermärkte verkaufen Einzelportionen (ein Ei, eine Tasse Reis) - Luxus ist eine Packung mit drei Kaffee-Pads. 
  • Kredite: Ein Honda XRM-Motorrad (59.000 Pesos) wird auf **36 Monate** abgestottert - bei 138.500 Pesos Endsumme. Drei Monate Rückstand? Das Bike wird eingezogen. 
  • Versicherungen? Fehlanzeige. Bei Taifunen helfen Nachbarn, nicht Policen. 

Wohnen: Einfach, aber clever

  • Häuser aus Bambus und Palmblättern - kostenlos aus dem Wald, kühl und nachhaltig. 
  • Wasser: Handpumpen statt Leitungen. Strom? Erstaunlich verlässlich. 
  • Müll: Bambus verrottet im Meer binnen Wochen. Plastik wird (leider) weniger konsequent entsorgt. 

Gesundheit: Gemeinschaft statt Bürokratie

  • Ein Arztbesuch kostet **3-12 CHF** - oder nichts, wenn der Doktor großzügig ist. 
  • Bei schweren Krankheiten kommt **die ganze Familie** ins Krankenhaus - zur Beratung *und* zur Finanzierung. 
  • Burnout? Ein Fremdwort. Depressionen? Selten. 

Lebenseinstellung: Der Zauber des Augenblicks 

  • Kein Ballast: Keine Hypotheken, keine Karrierepläne, kein "Wer wird Superstar?". 
  • Soziales Netz: Die Familie (und oft das ganze Dorf) fängt jeden auf. 
  • Freude im Kleinen: Ein Lachen kostet nichts - und ist immer vorrätig. 

Warum es funktioniert

  • Die Filipinos beweisen: Weniger Besitz bedeutet oft mehr Freiheit.
  • Stress?* Eher der tägliche Kampf um Reis als existenzielle Ängste. 
  • Glück? Liegt in Gemeinschaft - nicht im Kontostand. 
  • Zukunft? Wird heute nicht verplant, sondern morgen gemeistert. 


 




2014.07 - Ein Fest der Dankbarkeit in Bonbonon


Gesundheit, Freundschaft und ein Strand voller Freude 

Am 8. Juni 2014 versammelten wir uns am Cove Sand Beach Resort - nicht nur zum Feiern, sondern zum Danken. Nach Wochen der Behandlung im Holy Child Hospital Dumaguete war Nathalie endlich wieder gesund, und das wollten wir mit denen teilen, die dazu beigetragen hatten: den Ärzten, Schwestern und dem gesamten Krankenhauspersonal


Warum Dumaguete ein guter Ort zum Gesundwerden ist 

  • Kompetente Ärzte, die mit Herz und Fachwissen arbeiten 
  • Moderne Ausstattung - überraschend gut für eine Provinzklinik 
  • Menschliche Betreuung - kein anonymes Fließband, sondern echte Zuwendung 

Dass das Krankenhausteam sogar zu unserer kleinen Dankesfeier kam, spricht Bände. Hier wird Medizin nicht nur als Beruf, sondern als Gemeinschaftsaufgabe verstanden. 


Ein Abend unter Palmen 

Beim gemeinsamen Grillen, Lachen und Erzählen wurde klar: Gesundheit ist das eine - aber das Gefühl, willkommen zu sein, ist fast ebenso wichtig. Die Filipinos verstehen das wie kaum ein anderes Volk. 

 

 


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