🏙️ Santiago: Kulinarik am Fuße der bebenden Riesen
Nach unserem Abstecher in die Mystik der Osterinsel hat uns die Zivilisation wieder – und wie! Wir sind in Santiago de Chile gelandet, einer Metropole, die sich spektakulär an den Fuß der schneebedeckten Anden schmiegt. Hier schlägt das Herz des Landes, denn immerhin teilen sich sechs der insgesamt fünfzehn Millionen Chilenen den Platz in dieser lebendigen Hauptstadt. Unser erster Weg führte uns natürlich zur „Plaza de Armas“, dem historischen Zentrum. Man muss ehrlich sein: Wer hier den klassischen, makellosen Kolonialstil erwartet, wie man ihn etwa im peruanischen Cusco findet, wird beim ersten Flanieren vielleicht ein wenig überrascht sein. Der architektonische Eindruck ist eher bodenständig als berauschend, was jedoch einen sehr handfesten Grund hat.
Die Erde hier in Chile ist nämlich fast so aktiv wie die Stadtbewohner selbst. Mit durchschnittlich 500 kleinen und sieben ausgewachsenen Erdbeben pro Jahr ist Santiago ständig in Bewegung. Das letzte wirklich große Beben im Jahr 1985 hat tiefe Spuren hinterlassen und erklärt, warum viele der ganz alten Prachtbauten moderneren, erdbebensicheren Konstruktionen weichen mussten. Doch was Santiago vielleicht an historischer Fassade fehlt, macht es durch seinen Charme und vor allem durch seine Küche wieder wett.
Wir haben die Stadt vor allem kulinarisch erkundet und müssen sagen: Die chilenische Küche trifft genau unseren Geschmack! Ob wir nun in einem ausgezeichneten japanischen Restaurant schlemmten oder lokale Spezialitäten probierten – wir haben jedes Mal ganz vorzüglich gespiesen. Auch das Portemonnaie freut sich über eine gewisse Ausgewogenheit: Zwar ist das Leben hier merklich teurer als bei unseren Nachbarn in Bolivien, Peru oder Ecuador, aber im Vergleich zu vielen anderen Orten der Welt schont es die Reisekasse doch noch ganz angenehm. So lässt es sich wunderbar für ein paar Tage flanieren, genießen und die Anden-Luft schnuppern, bevor uns der Weg weiter durch Südamerika führt.